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28.04.2026

Mit Lupe, Schnitzmesser und Matschhose - Kinder erleben Abenteuer im Frühlingswald

Es riecht nach feuchtem Moos, frischem Holz und dem Duft der Bäume. Trotz eines leichten Nieselregens herrscht im Waldstück nahe der Mariengrotte geschäftiges Treiben. Wo sonst Stille herrscht, erkunden derzeit die „Waldgeister“, „Gespenster“ und „Dinos“ der Kita St. Nikolaus ihr Revier. Die Waldwochen zu den unterschiedlichen Jahreszeiten sind für die Kinder der Einrichtung unter der Trägerschaft der katholischen Kita IN gGmbH ein absoluter Höhepunkt im Kindergartenjahr.

„Wir machen die Waldtage schon seit vielen Jahren“, erklärt Kita-Leiterin Birgit Dunz. Der bewusste Verzicht auf herkömmliches Spielzeug ist dabei Teil des Konzepts. Stattdessen werden Stöcke zu Pferden umfunktioniert und Blätter dienen als geheimnisvolle Medizin. Auf einer Plane am Boden warten die Rucksäcke, während die Kinder, ausgestattet mit Matschhosen und Gummistiefeln, den Wald als ihren größten Abenteuerraum nutzen. Mittendrin: ein stolz selbst gebautes Tipi aus Holz, das als Rückzugsort dient.

Während eine Gruppe ausgelassen über den Waldboden tobt, herrscht an anderer Stelle volle Konzentration. Mit Lupen werden Regenwürmer und Käfer genau unter die Lupe genommen, daneben sitzen Kinder auf Holzbänken und üben sich geduldig im Schnitzen. „Im Wald werden andere Kompetenzen gefragt“, so Anna Sterler, Erzieherin in der Waldgeistergruppe. „Das freie Spiel auf großer Fläche fördert die Motorik und die Kreativität wird durch die Naturmaterialien ganz neu angeregt.“

„Gast im Wald“: Erziehung zur Nachhaltigkeit

 Die Kinder lernen in dieser Zeit nicht nur die Natur kennen, sondern auch den Respekt vor ihr. Unter dem Motto „Wir sind Gast im Wald“ halten die kleinen Entdecker ihr Waldstück sauber. Finden sie bei der Suche nach Schätzen wie Schneckenhäusern oder besonderen Ästen Müll, wird dieser sofort eingesammelt und entsorgt. Diese Sensibilisierung für die Umwelt, so die Erfahrung der Erzieherinnen, halte oft noch lange nach der Waldwoche an.

Dass Bewegung an der frischen Luft hungrig macht, zeigt sich bei der gemeinsamen Brotzeit auf den mitgebrachten Matten. „Tatsächlich freuen sich viele Kinder im Wald mehr auf ihr Essen und haben deutlich mehr Appetit“, schmunzelt Anna Sterler. Die Kraft wird gebraucht, bevor es mittags für alle wieder zurück in die Kita geht. Nach einer Woche „Spielzeugpause“ kehren die Kinder meist ausgeglichener in ihren Gruppenraum zurück – mit vielen Waldschätzen im Rucksack und noch mehr bleibenden Eindrücken im Kopf.

 

Träger

Katholische Kindertageseinrichtungen Ingolstadt gemeinnützige GmbH

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