Wenn das Kinderparlament den Bürgermeister berät. Die kleinen Abgeordneten der Kita St. Martin in Greding besuchen Rathauschef Josef Dintner
Große Politik im Kleinen: Die Mitglieder des Gredinger Kinderparlaments nahmen auf den Stühlen der Stadträte Platz und löcherten Bürgermeister Josef Dintner mit Fragen zu den Spielplätzen in der Gemeinde. Fotos: Kath. Kita IN gGmbH/Vogl
Einmal im Monat tagt das Gredinger Stadtratsgremium im Sitzungssaal des Rathauses unter dem Vorsitz von Bürgermeister Josef Dintner (CSU). Nun bekam der Rathauschef jedoch Konkurrenz von einem ganz besonderen Gremium: Das Kinderparlament des Kindergartens St. Martin (Träger: katholische Kita IN gGmbH) stattete dem Bürgermeister zum Abschluss seines „Parlamentsjahres“ einen offiziellen Besuch ab. Die acht gewählten Mädchen und Buben vertreten als Abgeordnete die Interessen von insgesamt 85 Kindern in der Kita.
„Demokratie wird bei uns von Kindesbeinen an gelebt. Die Kinderrechte stehen im Fokus unserer täglichen Arbeit“, betont Kita-Leiterin Daniela Leibl den Hintergrund des Projekts. Genau wie die großen Stadträte treffen sich die kleinen Parlamentarier einmal im Monat. Ihre Hauptaufgabe: Das Leeren des hauseigenen Kinder-Beschwerdebriefkastens, das Beraten über Wünsche und die Mitentscheidung bei Spielsachenkäufen – inklusive offizieller Protokolle und Verkündungen in der Kita.
Als Bürgermeister Dintner vom Beschwerdebriefkasten der Kinder hörte, schmunzelte er: „Ich habe heute Bürgersprechstunde – da läuft das bei mir ganz ähnlich.“ Nach einer herzlichen Begrüßung führte Dintner die kleinen Gäste, von denen die meisten zum ersten Mal im Rathaus waren, durch sein Büro und das festliche Trauzimmer bis in den großen Sitzungssaal. Und weil im echten Stadtrat die Geburtstagskinder stets gewürdigt werden, gab es vom Bürgermeister prompt eine Portion Gummibärchen für ein Mädchen, das kurz zuvor Geburtstag gefeiert hatte.
Klarer Fokus auf die Gredinger Spielplätze
Am großen Sitzungstisch durften die Nachwuchs-Politiker dann ihre Fragen loswerden, die sich vor allem um die Spielplatzsituation im Stadtgebiet drehten. Auf den Wunsch eines Mädchens nach einem Wasserspielplatz auf dem Berg verwies Dintner auf die nahegelegene, bestens ausgestattete Heinrich-Herold-Anlage. Insgesamt sei Greding mit 34 Spielplätzen in den 18 Ortsteilen sehr gut bestückt, um die sich die Mitarbeiter des Bauhofs intensiv kümmern.
Auch harten politischen Nachfragen wich der Bürgermeister nicht aus. Auf die Frage, warum in Hausen die beliebte Nestschaukel abmontiert wurde, gab es Entwarnung: „Die Schaukel wird durch zwei neue Spielgeräte ersetzt. Das Geld dafür haben wir als Spende aus dem Triathlon bekommen.“ Zudem verriet Dintner, dass hinter dem Hallenbad nach und nach ein Fußballkäfig für ältere Kinder, eine Radfahr-Anlage und ein Skaterplatz entstehen sollen.
Ein Bürgermeister aus der ehemaligen „Igelgruppe“
Für staunende Gesichter sorgte eine ganz persönliche Nachricht: Die Kinder erfuhren, dass der Bürgermeister als Bub genau denselben Kindergarten St. Martin besucht hat – und damals stolzes Mitglied der „Igelgruppe“ war. Neben praktischen Fragen zum Rathausalltag („Warum hängt hier ein Fernseher?“ – „Zur Bürgerinformation und Wegweisung“) wollten die Kinder schließlich wissen, ob ihm seine Arbeit gefällt. „Ja, es ist eine sehr schöne und abwechslungsreiche Arbeit, weil man mit vielen verschiedenen Menschen von jung bis alt zu tun hat“, so Dintner. Zum Abschied überreichten die Kinder ein Plakat für das Rathaus mit den Kinderrechten. Auf die finale Frage des Kita-Teams, was er sich für Greding wünschen würde, wenn er einen Wunsch frei hätte, lachte der Rathauschef: „Am besten ganz viel Geld, so etwa zehn Millionen Euro. Dann könnte ich auf einen Schlag alle Wünsche im Stadtgebiet erfüllen.“
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Kath. Kindergarten St. Martin
Kindinger Str. 30
91171 Greding
Tel.: 08463 319
E-Mail: kita.st.martin.greding(at)bistum-eichstaett(dot)de
Leiterin: Daniela Leibl
Stellvertreterin: Sabine Geidl







