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19.02.2026

Kleine Wähler, große Entscheidungen - Demokratie-Training im katholischen Kinderhaus der Dompfarrei

Demokratie von klein auf: In der originalen Wahlurne der Stadt Eichstätt gaben die Kinder des Dom-Kinderhauses ihre Stimmen für die neuen Gruppensprecher ab. Fotos: Kath. Kita IN gGmbH/Vogl

Demokratie von klein auf: In der originalen Wahlurne der Stadt Eichstätt gaben die Kinder des Dom-Kinderhauses ihre Stimmen für die neuen Gruppensprecher ab. Fotos: Kath. Kita IN gGmbH/Vogl

Partizipation ist ein großes Wort für kleine Leute. Doch im Kern bedeutet es schlicht: Mitentscheiden dürfen. Passend zur bevorstehenden Kommunalwahl am 8. März verwandelte sich das Kinderhaus der Dompfarrei unter der Trägerschaft der katholischen Kita IN gGmbH in ein Wahllokal. Unter dem Motto „Demokratie üben“ wählten die Kinder ihre eigenen Gruppensprecher. Unterstützung erhielt die Einrichtung dabei von Heike Oehlke von der Stadt Eichstätt, die offizielles Wahlmaterial zur Verfügung stellte.

„Viel Spaß beim Wählen!“

Der Ablauf folgte dem großen Vorbild der Erwachsenen: „Wie heißen Sie?“, fragt der kleine Jeffrey ein anderes Kind ganz offiziell. „Valentina“, antwortet das Mädchen. Jeffrey agiert an diesem Tag als Wahlhelfer und muss den Namen auf einer Liste abhaken – schließlich soll sichergestellt werden, dass nur Berechtigte ihre Stimme abgeben. Da die Krippen- und Kindergartenkinder teilweise noch nicht lesen können, nutzen sie bei den Wahlzetteln Bilder zur Identifikation. Nach dem Check-in überreicht der kleine Wahlhelfer Maxi die Unterlagen mit einem freundlichen: „Viel Spaß beim Wählen!“

In einer echten, kindgerechten Wahlkabine setzen die kleinen Wähler ihr Kreuz, bei Bedarf unterstützt vom Kita-Team. Danach folgt der wichtigste Moment: Der Gang zur originalen Wahlurne der Stadt Eichstätt. Die stellvertretende Kita-Leitung Christine Biedermann hat hierfür eigens einen Schlüssel erhalten. Sobald der letzte Zettel eingeworfen war, wurde die Urne gemeinsam geöffnet und die Stimmen ausgezählt.

Demokratie als Teil der Lebenswirklichkeit

„Mitsprache, Mitverantwortung und Mitgestaltung stehen im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit“, erklärt Christine Biedermann den Hintergrund der Aktion. „Mit diesem Projekt und der Unterstützung durch die Stadt Eichstätt konnten wir demokratische Prozesse für die Kinder erlebbar machen.“ Ein zentrales Gesprächsthema im Vorfeld waren die vielen Wahlplakate im Stadtgebiet. Biedermann beobachtete: „Die Kinder entdeckten darauf Elternteile und benannten Parteien. Dadurch trafen die Gruppensprecherwahlen genau den richtigen Zeitpunkt und knüpften unmittelbar an die Lebenswirklichkeit der Kinder an.“

Erste politische Forderung: Das Kindercafé

Dass Mitbestimmung auch konkrete Wünsche weckt, zeigte sich prompt. Ein brennendes Anliegen der Kinder wurde bereits laut: Warum treffen sich eigentlich immer nur die Eltern zum „Elterncafé“ – und warum gibt es kein „Kindercafé“? Christine Biedermann nimmt solche Impulse ernst: „Genau solche Fragen möchten wir künftig aufgreifen und die Kinder aktiv in Mitgestaltung und Verantwortung einbinden. Auch Anliegen des pädagogischen Personals sollen künftig über die Gruppensprecher weitergegeben werden.“

Das Projekt soll weit über den Wahltag hinauswirken. Biedermann hofft auf einen langfristigen Lerneffekt: „Wir beginnen im Kinderhaus und hoffen, dass die Kinder diese Erfahrungen mitnehmen, später wählen gehen und Verantwortung übernehmen – um Eichstätt aktiv mitzugestalten und lebendig zu halten.“

Träger

Katholische Kindertageseinrichtungen Ingolstadt gemeinnützige GmbH

- Geschäftsstelle -
Bergbräustraße 1
85049 Ingolstadt
E-Mail: kitagmbh.in(at)bistum-eichstaett(dot)de
Instagram: kathkitainggmbh
Telefon: 0841 12605050
Telefax: 08421 50-9902009